Coworking – eine neue Arbeitsform

Coworking ist eine neue Arbeitsform, die 2005 in den USA entstanden ist. Coworking war zunächst vor allem bei Freelancern und Digitalen Nomaden beliebt. In Coworking Spaces arbeiten Freiberufler und Start-ups gemeinsam in offene Büros. Obwohl alle an individuellen Projekten arbeiten, sind Austausch und gegenseitige Hilfe zentraler Bestandteil. So entstehen coworking-charakteristische Communities in den Spaces. Über die Jahre entstand aus der Coworking Bewegung in San Francisco ein globaler Trend. In Deutschland wurde 2008 das erste Coworking Space eröffnet. Heute ist Coworking bereits in vielen Ländern ein fester Bestandteil der Arbeitskultur. Mittlerweile arbeiten auch viele größere Unternehmen mit Coworking Anbietern zusammen und versuchen von der offenen und kreativen Atmosphäre zu profitieren. In diesem Artikel wollen wir uns dem Phänomen Coworking annehmen und euch alle Hintergründe, Vorteile und Informationen zusammenfassen.   

Unsere Definition von Coworking

Coworking ist eine Arbeitsform, bei der Selbständige, Start-ups, Kreative und zunehmend immer mehr größere Unternehmen unter einem Dach – in einem Coworking Space – unabhängig und gleichzeitig auch zusammen arbeiten.

Hilfreiche Links zum Thema Coworking:

Coworking Space: Alles über das Büro der Zukunft
Coworking Duden: Alle Coworking-Begriffe verständlich erklärt
Die Geschichte des Coworkings
Alle Vorteile von Coworking auf einen Blick
Coworking vs. Büro – was loht sich mehr?
So viel kostet Coworking in den deutschen Städten

Coworking zeichnet sich somit durch die gemeinsame Nutzung von Büroflächen durch Freelancer, digitale Nomaden, unabhängigen Kreativen sowie kleine Start-ups und heute auch größere Unternehmen aus. Beim Coworking kommt somit eine Gruppe unterschiedlichster Menschen zusammen, um in einem kollaborativen Umfeld gemeinsam zu arbeiten. Die Gruppe teilt gemeinsame Werte wie Gemeinschaft, Zusammenarbeit, Nachhaltigkeit und Zugänglichkeit sowie Offenheit. Man arbeitet grundsätzlich unabhängig und an den unterschiedlichsten Projekten und Produkten. Gleichzeitig entsteht aber eine Community zwischen den unterschiedlichen Mitgliedern. Durch das Leben der Coworking Werte und das Teilen der Büroflächen mit viel Open Space sowie großen Community-Bereichen entsteht eine offene Atmosphäre und damit kontinuierlicher Austausch zwischen den Mitgliedern der Coworking Spaces. Coworking heißt aber nicht, dass es nur offene Flächen und somit keine Privatsphäre gibt. Viele hybride Coworking Spaces bieten neben offenen Flächen auch private Büros an.

Zum Coworking gehören auch regelmäßige Events, Workshops und Stammtische, die von den Mitgliedern organisiert werden. Die daraus entstehenden kreativen Synergien sind letztlich nur durch die Nähe und die Zusammensetzung im Space möglich. Kommunikation, Zusammenarbeit und Hilfestellung über die eigenen Projekte hinaus ist somit eines der Kernelemente des Coworkings. Die German Coworking Federation fasst dies passend mit dem Slogan “Gemeinsam mehr erreichen” zusammen.

Gemeinschaftsbüros, die nur aus Gründen der Auslastung bzw. der effizienten Nutzung der Flächen gestartet werden oder aber die keine Gemeinschaftsflächen für den kontinuierlichen Austausch unter den Mitgliedern haben, fallen für uns nicht unter den Begriff Coworking. Diese Zweckgemeinschaften zeichnen sich durch eine geringe Miete aus. Es fehlt jedoch das zentrale Element der Zusammenarbeit und der Wertegemeinschaft. Beim Coworking geht es um mehr als nur eine billige Anmietung von Büros oder Arbeitsplätzen.

Da es neben dem Begriff “Coworking” noch weitere Fachtermini gibt, haben wir auch einen Coworking ABC erstellt. Was sind Hot Desks? Was bedeutet fair use? Und wer sind eigentlich diese digitalen Nomaden? Die Antworten findet ihr hier in unseren Coworking Duden.

Die Geschichte des Coworkings

Bereits bevor die Begriffe Coworking oder Coworking Space erdacht wurden, gab es Vorreiter der Coworking-Idee. Mitte der 90er Jahre wurde in Berlin das c-base „Hackerspace“ eröffnet. 1999 werden flexible Arbeitsplätze im 42 West 24 in New York angeboten. Drei Jahre später öffnet mit der Schraubenfabrik ein Gründer-Community-Zentrum in Wien. Es dauerte aber bis 2005 bis Coworking als Name verwendet wurde.

Hot Desks im 42 West 24 in New York
Das Open Space des 42West24 in New York

Als Erfinder des Coworking gilt Brad Neuberg. Im Jahr 2005 startete er das San Francisco Coworking Space in der “Spiral Muse”, das eigentlich ein Heilzentrum war. Zunächst wurden nur montags und dienstags Schreibtische aufgebaut und es gab insgesamt nur fünf Arbeitsplätze. Später entstand die Hat Factory. Auch in Europa eröffneten die ersten dedizierten Coworking Spaces. Dazu gehörte unter anderem das Citizen Space. Ende 2008 gab es weltweit ungefähr 160 Spaces. 

In Deutschland wurde 2009 mit dem betahaus in Berlin das erste Coworking Space eröffnet. Auch das Deskmag wurde in der Hauptstadt gelauncht. Mit WeWork wird in den USA ein Anbieter gegründet, der die Coworking Landschaft über die nächsten Jahre weltweit beeinflussen wird. Das Wachstum ist nicht aufzuhalten. Jedes Jahr eröffnen mehr Coworking Spaces, 2012 waren es 2000, 2014 waren es knappe 5000 und Ende 2018 sind es wohl über 18000.

Wenn ihr mehr über die Coworking-Geschichte erfahren möchtet, findet ihr hier alle Informationen zur Historie des Coworkings.

Wachstum der Coworking Spaces weltweit
Anzahl der Coworking Spaces wächst weltweit stetig

Die Vorteile von Coworking

Im Vergleich zu traditionellen Büros haben Coworking Spaces eine Menge Vorteile. Je nachdem ob ihr Freelancer seid, aus dem Home Office arbeitet oder aber als Unternehmen interessiert seid, hat Coworking unterschiedliche positive Effekte:

Schneller Start, da alles inklusive

In den Kosten für einen Arbeitsplatz ist grundsätzlich alles enthalten, was man zum Arbeiten braucht. Dazu gehören zum Beispiel das Internet/WLAN, ein Arbeitsplatz mit Tisch und Stuhl, die Reinigung der Flächen sowie die Betriebskosten. Häufig sind auch Getränke, zumindest Wasser und Kaffee inkludiert. Auch Drucker und Scanner stehen in den meisten Spaces bereit. Und man spart Zeit, Geld und Nerven, da die Suche nach Büroflächen entfällt. Theoretisch könnt ihr daher noch heute anfangen in einem Coworking Space eurer Wahl zu arbeiten.

Flexibilität

Ihr könnt nicht nur heute anfangen, sondern auch zeitnah kündigen. Häufig gibt es nur einen Monat Kündigungsfrist. In einem traditionellen Büro ist man dagegen über Jahre gebunden. Zudem könnt ihr in einem Coworking Space für den Erfolgsfall auch schnell wachsen. Auch für temporär begrenzte Projekte sind flexible Flächen von den Design Offices, WeWork oder Mindspace eine gute Option.

Inspiration und Innovation durch die Community

Ein zentraler Vorteil von Coworking ist der Wissenspool. Die Community ist häufig sehr bunt und dementsprechend vielfältig ist ihr Wissen. Dies ist insbesondere interessant für große Unternehmen, denen Innovationskraft fehlt. Egal ob Methodik oder Technologien, durch den Austausch mit den anderen Coworkern kann man viel Inspiration schöpfen. Zudem erlauben die Spaces den Zugang zu einem Arbeitsmarkt, der sonst vielleicht verschlossen bliebe.

Für Freelancer haben Coworking Spaces zudem weitere Vorteile. Zum einen gibt es sozialen Anschluss statt Einsamkeit im Home Office und zum anderen werden häufig Jobs innerhalb des Coworking Spaces vermittelt.

Preis/ Kosten

Insbesondere für Freelancer und Startups lohnt sich Coworking auch finanziell. Bis zu einer gewissen Anzahl an Mitarbeitern ist das Arbeiten in einem Space günstiger. Irgendwann loht sich dann aber der Umstieg ins traditionellen Büro billiger – zumindest aus rein finanzieller Sicht. Die Vorteile der Flexibilität und das Netzwerk fallen dann weg.

Ein wichtiger Punkt sei noch genannt, der insbesondere für Unternehmen relevant ist. Es gibt Privatsphäre in Coworking Spaces! Dort werden immer mehr private Büros angeboten. Dies ist natürlich kein Vorteil – aber eben auch kein Nachteil. Hybride Anbieter wie WeWork, Mindspace oder Design Offices verbinden die Vorteile der Community und des Open Spaces mit dem Wunsch sensible Daten schützen zu können.

Coworking in Deutschland

Die Zahlen für Coworking Spaces in Deutschland schwanken ein wenig je nach Quelle. Zwischen 400 und 500 Business Center, Shared Offices und Coworking Spaces gibt es aber im Herbst 2018 wohl in der Bundesrepublik. Die meisten davon gibt es natürlich in den Millionen-Metropolen, aber insbesondere in den letzten Jahren ist die Zahl der Spaces in kleineren Städten gestiegen. Anbei erhaltet Ihr einen Überblick über die größten Städte und welche Spaces sich jeweils angesiedelt haben.

Coworking in Berlin

In der Hauptstadt Berlin gibt es natürlich viele Coworking Spaces. Mit dem St. Oberholz und dem Betahaus begann die Coworking Revolution in Deutschland – heute gibt es an die 100 Coworking Angebote. Die meisten davon sind in den lebhaften Stadtteilen Mitte, Kreuzberg, Friedrichshain und Prenzlauer Berg angesiedelt. Unter diesen gibt es auch einige mit besonderen Spezifikationen. So gibt es in der Hauptstadt Spaces mit Kinderbetreuung, Coworking Cafés oder zahlreiche Fintech Hubs.

Coworking in Hamburg

Auch in der zweitgrößten Stadt Deutschlands ist Coworking mittlerweile fest in der Arbeitswelt verankert. In Hamburg findet man mittlerweile über 40 Coworking Spaces. Insbesondere im Zentrum und in der Hafencity sind viele Shared Offices entstanden. Auch in der kreativen Schanze gibt es viele Möglichkeiten, sich einer Coworking Community anzuschließen. Dazu kommt das Coworking Airport, in dem Vielflieger noch kurz vor Abflug arbeiten können. Alle Coworking Spaces in Hamburg findet ihr in unserer U/S Bahn Coworking Map:

Coworking in Köln

WeWork oder MindSpace haben sich noch nicht ins Rheinland getraut. Dafür gibt es in Köln aber eine bunte Szene von kleinen Coworking Spaces, die sich über die Stadt verteilen. Vor allem westlich des Rheins haben sich viele Shared Offices angesiedelt. Dort gibt es auch zwei Design Offices Standorte. Zudem gibt es mit dem Wertheim ein sehr hochwertiges Coworking Space, das auch zwei Apartments mit Blick über Köln beinhaltet.

Coworking in Frankfurt

In Mainhattan listen wir schon über 20 Coworking Spaces und regelmäßig eröffnen neue Angebote. Viele Coworking Spaces in Frankfurt suchen natürlich die Nähe zu den Banken und sind dementsprechend zentral gelegen. Erst kürzlich hat MindSpace sein erstes Office in Frankfurt am Main eröffnet. WorkRepublic ist mit zwei Spaces an der Alten Oper und der Hauptwache vertreten.  

Coworking in München

München gilt ein wenig als die Coworking Hauptstadt in Deutschland. Alle großen Coworking Anbieter wie WeWork, MindSpace oder Design Offices haben gleich mehrere Standorte in der bayrischen Landeshauptstadt. Dabei gibt es viele Spaces im Münchner Zentrum – sei es am Stachus oder rund um den Viktualienmarkt. Aber auch nördlich der S-Bahn-Trasse am Arnulfpark befinden sich viele Standorte. 

Coworking im Rest der Bundesrepublik

Auch im Rest der Republik gibt es viele Shared Offices und Coworking Spaces. Egal ob in Düsseldorf oder in Leipzig. Coworking wird in deutschen Metropolen immer beliebter. Zudem eröffnen immer mehr Offices auch in Städten wie Nürnberg, Dortmund, Bremen oder Dresden.

Coworking in Österreich und der Schweiz

Natürlich gibt es auch in Österreich und der Schweiz Gemeinschaftsbüros. Wir haben für euch daher eine Übersicht aller Coworking Spaces in Wien erstellt. Über 30 Shared Offices findet man in Österreichs Hauptstadt. Gleiches gilt für Zürich, auch wenn die Szene noch ein wenig kleiner ist. Hier findet Ihr eine Zusammenfassung der Coworking Spaces in Zürich.

Coworking Weltweit

Coworking ist ein mittlerweile weltweites Phänomen und so werden neue Coworking Spaces auf allen Kontinenten eröffnet. Die USA sind dabei der stärkste Markt für Coworking Anbieter. Aber auch in europäischen und asiatischen Metropolen wie London oder Shanghai werden werden immer mehr Coworking Space eröffnet. WeWork hat im Sommer 2018 große Investitionen in China angekündigt. Außerhalb der großen Ballungsräume entstehen immer mehr Coworking Spaces, die insbesondere von digitalen Nomaden genutzt werden. An exotischen Orten wie Bali, Chiang Mai in Thailand oder Johannesburg in Südafrika arbeiten und leben junge, weltreisende Freigeister temporär gemeinsam.

Internationale und nationale Coworking-Anbieter

Während sich zunächst viele kleine, unabhängige Coworking Spaces etablierten, sind im Verlauf der vergangenen zehn Jahre auch viele große Coworking-Anbieter entstanden. Die größten Unternehmen sind international vertreten und betreiben Standorte auf vielen verschiedenen Kontinenten.

WeWork

Das Unternehmen aus New York wurde erst 2010 gegründet. Dennoch ist es schon einer der größten Coworking-Anbieter weltweit. WeWork hat weltweit über 500 Standorte. In Deutschland sind sie in Berlin, Hamburg, Frankfurt und München vertreten. Die Spaces sind meist mehrere tausend Quadratmeter groß und dennoch sehr gemütlich eingerichtet. WeWork ist ein hybrider Anbieter, der Coworking im Open Space und die Möglichkeit private Büros zu mieten verbindet.

WeWork Berlin Sony Center
Der Standort im Sony Center war das erste Spaces von WeWork in Berlin

Mindspace

Mindspace ist ein Coworking-Startup aus Israel. Das Unternehmen wurde 2014 gegründet und bietet Gemeinschaftsbüros in Europa und in den USA an. Deutschland ist ein Kernmarkt. Mindspace ist wie WeWork in den großen deutschen Metropolen vertreten. Die Ausstattung ist sehr modern und das Design im Inneren erinnert stark an ein überdimensionales Wohnzimmer. Zudem bietet Mindspace viele Events für die Community an: nahezu jeden Tag gibt es ein Programm in den Coworking Spaces.

Design Offices

Design Offices ist ein deutsches Unternehmen mit Sitz in Nürnberg. Dementsprechend ist der Ansatz ein wenig anders. Design Offices bietet in insgesamt elf deutschen Städten Büroflächen an. Dazu gehören Düsseldorf, Heidelberg, Stuttgart oder Köln. Neben Coworking im offenen Gemeinschaftsbereich und privaten Offices gibt es weitere Angebote. So gibt es kleine und große Konferenzräume und Flächen für Events.

Design Offices München Highlight Towers Büro
Eins der Büros im Design Offices Highlight Towers in München

Zudem gibt es viele weitere Anbieter, die Coworking in mehrere Städten anbieten. Dies sind zum Beispiel rent24 und die FriendsFactory, WorkRepublic, Satellite Offices oder SPACES. Einige kleinere deutsche Unternehmen wie betahaus sind zum Beispiel in Hamburg und Berlin vertreten. In der Hauptstadt bezieht betahaus gerade ein 3000 Quadratmeter großes, neues Coworking Space. Dies verdeutlicht, dass auch die kleineren Ketten an ein Wachstum glauben und die Anzahl ihrer Standorte stetig vergrößern.

Das Preisniveau in Deutschland

Die Preise für Flex Desks, Fix Desks und private Büros sind stark abhängig von der Stadt und vom jeweiligen Anbieter. Auch innerhalb einer Region können die Coworking Kosten noch relativ stark variieren. Für einen flexiblen Arbeitsplatz im Open Space zahlt man in Deutschland durchschnittlich 214 Euro. Leipzig bietet mit 146 Euro die günstigsten Hot Desks deutschlandweit an. Die teuersten Plätze findet man in Stuttgart und München: hier kostet ein Flex Desk durchschnittlich rund 250 Euro. Ähnlich sieht es bei den festen Arbeitsplätzen in deutschen Coworking Spaces aus. Der durchschnittliche Flex Desk kostet 324 Euro, in Leipzig ist man schon mit ungefähr 185 Euro dabei und in München werden rund 425 Euro verlangt.

Wenn wir mit diesen Informationen dein Interesse an Coworking geweckt haben, kannst Du auf CoworkingGuide nach einem bestimmten Ort suchen und dir mit zusätzlichen Filtern alle Coworking Spaces in Deutschland anzeigen lassen. Wir haben alle wichtige Informationen wie Preise, Verkehrsanbindung, Restaurants der Umgebung und natürlich Bewertungen anderer Coworker gesammelt und helfen dir beim Vergleich der verschiedenen Anbieter, um das perfekte Büro für dich zu finden. Wir raten zwei bis drei Spaces zu besuchen und das beste Angebot zu wählen. Wenn wir dir beim Vergleich und der Koordination der Termine helfen können, dann melde dich gerne bei uns.