Der Begriff New Work geht auf Frithjof Bergmann zurück, der diesen bereits in den 1970er Jahren verwendete. Globalisierung, Digitalisierung, Automatisierung, künstliche Intelligenz, Work-Life-Balance, Agilität – die Arbeit verändert sich. Diese Veränderung geschieht immer schneller, immer disruptiver. Dabei gibt es nicht den einen Auslöser für diesen Umbruch. Vielmehr kamen verschiedene Phänomene nahezu gleichzeitig zusammen. Die Arbeitswelt wandelte sich und die Menschen hinterfragten ihre beruflichen Motivationen und Ziele. 

Die Arbeit verändert sich

Der Sozialphilosoph Bergmann beobachtete einen Wandel der Arbeitswelt. Das alte Arbeitssystem mit straffen Hierarchien der Industrialisierung wurde immer weniger relevant. Damals verloren Fließbandarbeit und manuelle, sich ständig wiederholende Tätigkeit an Wichtigkeit. Die fortschreitende Automatisierung sorgte für einen Schnitt in vielen Berufsbildern. Entlassungen waren die Folge. 

Daher fokussiere sich Frithjof Bergmann auf Informationen und Wissen. Diese wurden zu den wichtigsten Ressourcen in seiner Theorie. Bergmann forderte dabei explizit, sich innovative Technologien zunutze zu machen. Seine Definition von Arbeit 4.0 oder der Neue Arbeit dreht sich daher um Kreativität und Wissen. Die zentralen Werte lauten Selbständigkeit, Freiheit und Teilhabe an der Gemeinschaft. 

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Was möchten wir beruflich wirklich machen?

Sein Ansinnen: Arbeit soll Sinn stiften und bei der Verwirklichung helfen. Sie soll bewusst gewählt und gewünscht sein. Die Baby-Boomer und Generation X waren direkt oder indirekt durch die Nachkriegsjahre und die Wirtschaftskrise beeinflusst. Sie arbeitete vor allem für Wohlstand. Das Unternehmen, die Kollegen oder auch der Wohn- und Arbeitsort waren nicht primär im Fokus, solange man genug für sich und die Familie verdiente. Die Gen X wurde aber partiell ebenfalls bereits von Freiheit in der beruflichen Gestaltung getrieben. 

Die Forderung nach Selbstverwirklichung und dem richtigen Job hielt aber insbesondere mit der Generation Y Einzug. Die Frage, was man im Berufsleben wirklich machen möchte, wurde immer wichtiger. Die Jahrgänge ab ungefähr 1980 sind nicht bereit einer Anstellung nachzugehen, nur um Geld zu verdienen. Der Beruf muss Spaß machen und genug Spielraum für das Privatleben lassen. Zudem ist der kollegiale Zusammenhalt ein wichtiger Faktor. 

New Work: Der Weg ist das Ziel (oder so ähnlich)

Der Ansatz von Bergmann ist revolutionär. New Work kam dennoch nicht über Nacht. Der Wandel der Arbeitswelt ist ein Prozess und begleitet uns seit Jahrzehnten. Die Theorie von Bergmann wird heute durch moderne Forschung breiter ausgelegt. Begriffe wie Agilität und Scrum, fail fast, Work-Life-Balance oder Home Office sind Ausprägungen von New Work. Sie fallen aber nicht in Bergmanns Manifest.

Ein weiterer wichtiger Ansatz ist der des Lifelong Learning – des lebenslangen Lernen. Dieser zeigt schon im Namen, dass sich Arbeit und Arbeiter kontinuierlich verändern werden und verändern müssen. Der Lernprozess kann nicht abgeschlossen werden, weil die Welt sich immer weiter verändert. Dementsprechend wird sich auch der Begriff New Work immer weiter verändern, neue Trends aufnehmen, veraltete Theorien ersetzen. Arbeit 4.0 ist nicht komplett. Insbesondere Startups sind dabei mit innovativen Organisationsstrukturen, in der Führung oder der Unternehmenskultur, die Speerspitze der Neuen Arbeit. Sie testen, optimieren und verbreiten neuartige Herangehensweisen und prägen damit die Arbeitswelt und ihren Wandel. 

Was heißt das konkret für die Arbeitswelt?

Die Arbeitswelt hat sich bereits stark verändert. Den Einfluss von Digitalisierung oder Automatisierung spüren wir jeden Tag. Informationen fließen heute durch das Internet viel schneller als früher. Dementsprechend rascher reagieren Märkte, Konkurrenten und sogar ganze Branchen. Computer übernehmen viele einfache Aufgaben ohne menschliches Zutun. Wir lesen unsere E-Mails auf dem Smartphone und an Meetings kann man heute auch digital teilnehmen. Analysen, die ohne Computer Tage dauerten und manuell durchgeführt werden mussten, erfolgten heute automatisiert durch Software innerhalb weniger Sekunden. 

Moderne Technologie schafft große Effizienzgewinne. Standardisierte Aufgaben fallen weg oder die Bearbeitung wird stark vereinfacht. Es entsteht Zeit für Kreativität und Innovation. Auch Präsenz und feste Arbeitszeiten verlieren an Relevanz. Statt an der Anwesenheit wird man an Ergebnissen gemessen. Stechuhren gehören der Vergangenheit an. Kontrolle wird durch Vertrauen ersetzt und diese Vertrauenskultur ist der zentral Aspekt von Arbeit 4.0. Aber auch Informationen zirkulieren viel transparenter. Nur wer alle relevanten Daten und Informationen hat, kann fundierte Entscheidungen treffen und somit bestmögliche Ergebnisse erzielen. 

Bergmann betont zudem die Wichtigkeit von menschlichen Beziehungen und gemeinschaftlicher Arbeit. Die Herausforderungen der Arbeitswelt können nicht alleine angegangen werden. Häufig werden multidisziplinäre Teams zusammengestellt, um der Komplexität heutiger Aufgaben gerecht zu werden. Zudem verschwimmt das Verhältnis von Mitarbeiter und Führungskraft zunehmend. Dialog auf Augenhöhe und Transparenz im Bezug auf Informationen und Entscheidungen nehmen heute einen hohen Stellenwert ein.

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Das führt zu einer Änderung der Organisationsstruktur. Zum einen gibt es immer weniger Hierarchie oder gar Befehlsstrukturen. Klassisches Top-Down-Management hat ausgedient. In einigen Unternehmen hat sich dies soweit umgekehrt, dass die Hierarchie und damit das Organigramm auf den Kopf gestellt wird. “Hire bright people and get out of their way”. Das selbständige Erarbeiten von Lösungen steht im Mittelpunkt. 

Zum anderen ist langfristige Planung heutzutage nur noch eingeschränkt möglich. Es geht darum schnell und flexibel auf die Gegebenheiten der Umwelt zu reagieren. Entscheidungen werden im besten Fall von operativen Mitarbeitern getroffen statt langwierig über Hierarchieebenen verhandelt zu werden. Extreme Organisationsformen kommen teilweise komplett ohne Hierarchien aus. Dezentrale Unternehmen arbeiten eher wie ein lebendiger Organismus. 

Zudem nimmt Projektarbeit zu und die Gig Economy nimmt auch in Deutschland an Fahrt auf. Dies bietet sowohl für Unternehmen als auch Freelancer Vorteile. Teams werden häufiger mit Freiberuflern besetzt, um kurzfristiger agieren und reagieren zu können. Dadurch kann neues, unternehmensfremdes Wissen aufgenommen und genutzt werden. Freelancer haben durch projektbasiertes Arbeiten Abwechslung und immer neue Herausforderungen. Sie sollen und dürfen kreative Ansätze und Lösungen finden. Fühlen sie sich durch das Umfeld oder das Unternehmen limitiert, so verlassen sie das Projekt. 

Die Liste an neuen Ansätzen, Beispielen und Zitaten könnte nahezu endlos fortgeführt werden. Viele Bücher beschreiben individuelle Ansätze von Unternehmen oder erfolgreichen Persönlichkeiten. Wer mehr Inspiration sucht, kann zum Beispiel diese Bücher lesen. 

New Work und Coworking  

Da neben der Arbeitszeit auch der Ort immer flexibler wird, sind Coworking Spaces eine valide Alternative zum traditionellen Büro. Coworking Spaces sind häufig attraktiver gestaltet und eingerichtet und fördern damit die Kreativität der Mitarbeiter. Sie sprechen damit den Wunsch vieler Arbeitnehmer an, sich in einem inspirierenden Umfeld zu bewegen. Dies kann soweit gehen, dass im “war for talent” die Büroumgebung einen großen Einfluss auf die Wahl des Arbeitgebers hat.  

Viele große Unternehmen in den USA ziehen daher gerade in neuen Flächen, die sie nicht selber gestalten, sondern von Unternehmen wie WeWork einrichten und betreiben lassen. Statt tristen Großraumbüros wollen diese Unternehmen die Innovationsfähigkeit durch gemütliche, inspirierende Büros fördern. Da diese Spaces vermehrt sehr zentral in Metropolen liegen, überzeugen sie zudem durch tolle Infrastruktur. Die Anreise ist häufig sehr einfach, zudem bietet das Umfeld sowohl tagsüber als auch abends tolle kulinarische als auch Shopping-Angebote.

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Auch der Austausch mit anderen Coworkern vor Ort hilft, innovativer zu arbeiten. Lebenslanges Lernen ist eines der Leitmotive der heutigen Arbeitswelt. Die Community in einem Coworking Space kann dabei helfen, immer neues Wissen aufzunehmen, zu lernen und damit sich selbst als auch das Unternehmen voranzubringen. Letztendlich führen diese Synergien somit zu besseren Ergebnissen.  

Fazit zu New Work

New Work ist ein ganzheitlicher Ansatz, der sowohl durch den Arbeitsmarkt als auch die heutige Wertschöpfung bestimmt ist. Es ist ein multidimensionales Konstrukt und verändert sich immer weiter. Der Einfluss auf die Unternehmensführung, -kultur und -organisation sieht man in nahezu jedem Unternehmen. Die eine richtige Neue Arbeit gibt es aber nicht. Vielmehr geht es darum, sich verschiedener Optionen bewusst zu sein und diese passend zum eigenen Unternehmen und der Belegschaft zu nutzen. 

Coworking Spaces sind dabei ein sehr guter Ansatzpunkt, um sich im Arbeitsmarkt attraktiv zu positionieren, die Kreativität der Mitarbeiter zu fördern und die Bedürfnisse nach Freiheit, Inspiration und Selbstbestimmung zu erfüllen.mDas so entstehende Netzwerk und Gemeinschaftsgefühl wirkt sich positiv auf die Mitarbeiter aus und motiviert sie, innovativ zu sein und zu lernen. 

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