Die Arbeit als Freiberufler klingt für viele verlockend.

Und tatsächlich bringt eine freiberufliche Tätigkeit viele Vorteile mit sich.

So bleibt einem zum Beispiel der Weg zum Gewerbeamt erspart, wodurch jede Menge Papierkram entfällt.

Freiberufler werden

Zudem können Freiberufler steuerliche Vorteile nutzen.

Dennoch gibt es eine ganze Reihe an Sachen, die beachtet werden müssen.

In diesem Artikel erfahrt ihr alles, was ihr vor dem Start einer freiberuflichen Tätigkeit wissen müsst: von der Anmeldung bei den Behörden, über Steuern bis hin zu Versicherungen die ihr im Auge behalten solltet.

Freiberufler oder Gewerbetreibender: Was ist der Unterschied?​

Was bedeutet freiberuflich?

Bei der Frage, wer zur Gruppe der freien Berufe zählt, wird oft auf § 18 Abs. 1 Einkommensteuergesetz (EStG) verwiesen.

Gemäß dieser Norm gehören Personen, die selbständig wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeiten ausüben, zu den Freiberuflern.

Charakteristisch für die Freien Berufe ist es gemäß § 1 Abs. 2 Partnerschaftsgesellschaftsgesetz (PartGG), dass sie:

„durch besondere berufliche Qualifikation oder schöpferische Begabung die persönliche, eigenverantwortliche und fachlich unabhängige Erbringung von Dienstleistungen höherer Art im Interesse der Auftraggeber und der Allgemeinheit zum Inhalt haben“.

Im Einkommensteuerrecht werden drei unterschiedliche freiberufliche Tätigkeitsgruppen genannt: Katalogberufe, ähnliche Berufe, Tätigkeitsberufe.

Katalogberufe

Als Katalogberufe werden Berufe bezeichnet, die im Einkommensteuergesetz explizit aufgeführt sind. Dort sind sie in einer Liste, also in einem Katalog, aufgeführt. Das erklärt auch den Namen.

Liste der freiberuflichen Katalogberufe:

  • Heilberufe: Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Heilpraktiker, Dentisten, Physiotherapeuten, Krankengymnasten
  • Rechts-, steuer- und wirtschaftsberatende Berufe: Rechtsanwälte, Patentanwälte, Notare, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Steuerbevollmächtigte, beratende Volks- und Betriebswirte oder vereidigte Buchprüfer
  • naturwissenschaftliche und technische Berufe: Das sind Vermessungsingenieure, Ingenieure, Handelschemiker, Architekten, Lotsen
  • informationsvermittelnde und sprachliche Berufe: Journalisten, Bildberichterstatter, Dolmetscher oder Übersetzer
  • Diplom-Psychologe, Heilmasseur, Hebamme, Hauptberuflicher Sachverständiger sowie Wissenschaftler, Künstler, Schriftsteller, Lehrer und Erzieher.

Ähnliche Berufe

Neben den Katalogberufen gibt es auch eine ganze Reihe an sogenannten “ähnlichen Berufen”.

Diese ähneln den Katalogberufen nicht nur in der Art der erbrachten Leistung, sondern auch hinsichtlich der Ausbildung, die für die Erbringung dieser Leistung erforderlich ist.

Die Anforderungen an ähnliche Berufe ist teilweise sehr hoch und erfordert meist einer Einzelprüfung.

Tätigkeitsberufe

Passt der Beruf nicht in eine der obigen Gruppen, so besteht noch die Chance, diesen als einen Tätigkeitsberuf einstufen zu lassen..

Dabei möchte der Gesetzgeber vor allem der Entwicklung neuer Arbeitsfelder und Berufsbilder Rechnung tragen.

Gute Chancen für die Einstufung als Tätigkeitsberufe haben Berufe, die in eine dieser Kategorien reinpassen:

  • wissenschaftliche Tätigkeiten
  • künstlerische Tätigkeiten
  • schriftstellerische Tätigkeiten
  • unterrichtende Tätigkeiten
  • erzieherische Tätigkeiten

Auch hier muss für den Einzelfall geprüft werden, ob tatsächlich Dienste höherer Art erbracht werden bzw. der künstlerische Aspekt der Tätigkeit im Vordergrund steht.

Aufgrund der Vielfältigkeit der möglichen Berufe kann nicht jede einzelne freiberufliche Tätigkeit im Rahmen dieses Artikels aufgezählt werden.

Vor der Aufnahme eines freien Berufes empfehlen wir daher, einen Steuerberater oder einen Rechtsanwalt zu kontaktieren.

Wer betreibt ein Gewerbe?

Für Gewerbetreibende findet sich keine entsprechende Liste in einem Gesetz. Hier hat die höchstrichterliche Rechtsprechung aber folgende Definition herausgearbeitet:

Unter einem Gewerbe versteht man jede erlaubte, auf Gewinnerzielung gerichtete und auf Dauer angelegte selbständige Tätigkeit, ausgenommen Urproduktion, freie Berufe und die bloße Verwaltung eigenes Vermögens (BVerwG, Urteil vom 26. Januar 1993 – 1 C 25/91).

Gewerbetreibend ist somit jeder, der Handel mit Gütern aller Art betreibt, das Handwerk ausübt, sowie nahezu alle nicht-medizinischen und nicht-künstlerischen Dienstleistungen, für die üblicherweise kein Hochschulabschluss erforderlich ist.

Eine Schneiderin, eine Buchhalterin oder ein Taxifahrer, die als Unternehmer selbständig tätig sind, üben deshalb immer ein Gewerbe aus.

Ärzte, Steuerberater und Journalisten sind dagegen immer Freiberufler.

Die Anmeldung einer freiberuflichen Tätigkeit

Die Anmeldung einer freiberuflichen Tätigkeit ist mit einigem Aufwand verbunden. Der Weg zu Ämtern, Behörden und Kassen ist unumgänglich.

Die gute Nachricht ist, dass dieser Aufwand verglichen mit der Anmeldung eines Gewerbes geringer ausfällt.

So müssen Freiberufler kein Gewerbe anmelden und fallen nicht unter die Gewerbeordnung.

Sie sind außerdem nicht zur Mitgliedschaft in der Industrie- und Handelskammer verpflichtet. Die Eintragung in das Handelsregister ist freiwillig.

Bei der Anmeldung führt der erste Schritt in das Finanzamt – die wichtigste Anlaufstelle für Freiberufler.

Freiberufliche Tätigkeit beim Finanzamt anmelden

Freiberufler sind verpflichtet, sich beim Finanzamt steuerlich anzumelden.

Dafür muss das Finanzamt spätestens vier Wochen nach Aufnahme der Tätigkeit über diese informiert werden. Dazu reicht ein Telefonat oder ein formloses Schreiben.

In Folge sendet das Finanzamt einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung zu. In diesem werden unter anderem Angaben zum Beruf und dem zu erwartenden Umsatz abgefragt.

Download: Fragebogen zur steuerlichen Erfassung 

Tipp:

Bei der Ausfüllung des Fragebogens sollte man sich Zeit nehmen und diesen sorgfältig ausfüllen.

Es sollte zudem eine möglichst genaue und nicht zu optimistische Einschätzung der künftigen Umsätze und Gewinne angegeben werden.

Auf dieser Grundlage werden nämlich die zu zahlenden Steuern ermittelt.

Sollten die Gewinne am Ende des Jahres geringer aus geplant ausfallen, bekommt ihr das Geld zwar zurück, dieses müsst ihr aber zunächst unterjährig vorstrecken.

Bei Fragen oder Zweifeln ist es ratsam, den Steuerberater eures Vertrauens zu kontaktieren.

Nachdem ihr den Fragebogen zurückgesendet habt, bekommt ihr automatisch eine Steuernummer zugeteilt, die für die Erstellung von Rechnungen benötigt wird.

Bitte bedenkt zudem, dass die Steuernummer von dem immer zuständigen Finanzamt ausgestellt wird.

Solltet ihr umziehen und damit in die Zuständigkeit eines neues Finanzamts fallen, muss die Steuernummer neu vergeben werden.

Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr.)

Der Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ermöglicht auch die Beantragung einer Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr.).

Diese Nummer wird gebraucht, wenn ihr als Freiberufler Geschäfte innerhalb der EU macht.

Da Freiberufler jedoch fast immer Dienstleistungen erbringen, wird meistens keine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer benötigt.

Dennoch empfehlen wir die Beantragung. Es kostet keinen Aufwand und mittlerweile wird nach dieser oft gefragt.

Die USt-IdNr. können übrigens auch Kleinunternehmer erhalten, die gar keine Umsatzsteuer abführen. Sie darf anstelle der Steuernummer in Rechnungen aufgeführt werden.

Die eigentliche Steuernummer teilt das Finanzamt dem Freiberufler nach seiner Anmeldung unaufgefordert zu

Steuern für Freiberufler

Wie bereits erläutert, müssen Freiberufler keine Gewerbesteuer zahlen, da sie fast immer Einkünfte aus selbstständiger Arbeit beziehen.

Es gibt zwar Fälle, in denen freiberuflich tätige Einkünfte aus einer gewerblichen Tätigkeit erwirtschaften, dies ist jedoch unproblematisch, solange die die gewerbliche und freiberufliche Tätigkeiten nicht vermischt werden.

Beispiel hierfür kann eine Veterinärin sein, die nebenbei eine Hundepension besitzt und Hundeprodukte verkauft, da beide Bereiche sachlich und wirtschaftlich klar trennbar sind.

Für Freiberufler gibt es drei Steuerarten, die von entscheidender Bedeutung sind: Einkommenssteuer, Umsatzsteuer, Vorsteuer.

Einkommensteuer

Freiberufler sind wie alle natürliche Personen einkommensteuerpflichtig.

Dabei richtet sich die Höhe der Einkommensteuer an der Höhe des Einkommens.

Entscheidend ist dabei der Gewinn, der mit einer einfacher Formel berechnet werden kann: Umsatz minus Kosten.

Dabei ist zu beachtet, dass je höher das Einkommen, desto höher auch der persönliche Steuersatz.

Im Klartext heißt es: Wer viel verdient, zahlt auch eine höhere Einkommensteuer.

An dieser Stelle möchten wir nochmal anmerken, wie wichtig es ist, eine nicht zu optimistische Gewinnerwartung im Fragebogen zur steuerlichen Erfassung anzugeben.

Ansonsten drohen hohe Vorauszahlungen, die man erst am Ende des Jahres wieder bekommt.

Umsatzsteuer für Freiberufler

Neben der Einkommensteuer ist die Umsatzsteuer die wichtigste Steuer für Freiberufler.

Sie wird auf nahezu alle Güter und Dienstleistungen erhoben und beträgt im Regelsteuersatz 19%. Dabei fällt sie nur auf Umsätze an, die im Inland getätigt wurden.

Für Freiberufler bedeutet es, dass sie meist 19% auf ihre Leistungen draufschlagen.

Auf jeder Rechnung ist dann sowohl der Nettobetrag (ohne Umsatzsteuer) also auch der Bruttobetrag (mit Umsatzsteuer) auszuweisen.

Bitte beachtet, dass ihr den Zusatzbetrag, der durch die Umsatzsteuer entsteht, nicht einbehalten dürft. Er muss direkt an das Finanzamt abgeführt werden.

Verringert wird die Umsatzsteuer durch den Abzug der Vorsteuer, auf die wir jetzt genauer eingehen.

Vorsteuer

Das Äquivalent zur Umsatzsteuer ist für Freiberufler die Vorsteuer. Sie ist in allen Ausgaben enthalten, die für die eigene Selbständigkeit getätigt werden und darf mit der Umsatzsteuer verrechnet werden.

In der Praxis funktioniert das so:

Kauft ihr zum Beispiel Büromaterial, so bekommt ihr vom Lieferanten eine Umsatzsteuer in die Rechnung gestellt.

Diese könnt ihr am Ende des Monat als Vorsteuer gegenüber dem bezahlten Umsatzsteuerbetrag gegenüberstellen und verrechnen.

Dadurch verringert sich die Höhe der Umsatzsteuerzahlung, die ihr an das Finanzamt zahlen müsst.

Standeskammern

Einige freiberufliche Berufe erfordern einer Anmeldung bei berufsständischen Kammern – auch Standeskammer genannt. Zu diesen Kammerpflichten Berufen zählen:

  • Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Apotheker
  • Notare, Rechtsanwälte, Patentanwälte
  • Steuerberater, Wirtschaftsprüfer
  • Architekten, beratende Ingenieure

Solltet ihr Werbemaßnahmen planen, ist es empfehlenswert, sich bei der zuständigen Kammer in Verbindung zu setzen. Nicht jede Art von Werbung ist nämlich erlaubt.

Welche Versicherung braucht ein Freiberufler?

Freiberufler unterliegen unter Umständen der Versicherungspflicht. Zudem gibt es einige Sonderfälle, die beachtet werden sollten.

So ist beispielsweise für einige freiberuflichen Berufsgruppen die Anmeldung bei der Künstlersozialkasse Pflicht.

Eine zentrale Rolle bei der Einstufung in den verschiedenen Versicherungszweigen spielt immer die Frage nach der Selbständigkeit.

Auch wenn Freiberufler meist als freie Mitarbeiter tätig sind, bedeutet das nicht immer, dass es sich dabei um eine “echte” Selbstständigkeit und nicht um eine Scheinselbständigkeit handelt.

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Scheinselbstständigkeit – Vorsicht als Freiberufler

Scheinselbständigkeit liegt nach ständiger Rechtsprechung dann vor, wenn ein Geschäftspartner zwar nach außen, zum Beispiel auf Basis eines Werks- oder Dienstvertrages, als selbstständiger Unternehmer auftritt, er seine Aufgaben aber wie ein abhängig beschäftigter Arbeitnehmer erfüllt.

Als Indizien für eine Scheinselbstständigkeit gelten insbesondere :

  • Unterstellung des Freiberuflers unter einen Weisungsbefugten
  • regelmäßige Arbeitszeiten, insbesondere Einbindung in den Schichtplan
  • routinemäßige Berichtspflichten gegenüber dem Auftraggeber
  • auf Dauer ausgerichtete Integration in die Geschäftsabläufe des Auftraggebers
  • ein festes Monatsgehalt
  • Anspruch auf bezahlten Urlaub

Rentenversicherung

Bei der Rentenversicherung gibt es keine einheitliche Regelung. Einige freie Berufe sind zur Beitragszahlung in die Rentenversicherung verpflichtet, andere wiederum nicht.

So ist die Mitgliedschaft in einem Versorgungswerk für alle freiberuflichen Berufen obligatorisch, die einer Standeskammer zugeordnet sind.

Durch diese Mitgliedschaft werden Beiträge für die Rentenversicherung fällig. Der Beitrag orientiert sich dabei am Höchstbetrag der gesetzlichen Rentenversicherung.

Tipp

Angestellte Freiberufler, die einer Kammer zugeordnet sind, müssen grundsätzlich Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung leisten. Sie können sich davon aber auch zugunsten der jeweiligen Kammer befreien.

Neben der oben erwähnten Liste gibt es noch einige Berufe, die Pflichtzahlungen leisten müssen, da sie als schutzbedürftig gelten.

Zu diesen gehören Freiberufler wie beispielsweise Lehrer, Hebammen, Coaches, Seelotsen, Krankenpfleger oder Küstenschiffer.

Alle anderen freien Berufe können freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen oder privat vorsorgen.

Krankenversicherung

In Deutschland gilt seit der Gesundheitsreform im Jahr 2009 eine grundsätzliche Krankenversicherungspflicht. Dies gilt auch für alle freiberuflichen Berufe.

Anders als Angestellte, können Freiberufler jedoch zwischen einer privaten und der freiwilligen gesetzlichen Versicherung wählen.

Die Kosten für eine Krankenversicherung müssen dabei vollständig selbst gedeckt werden.

Eine Sondergruppe bilden dabei Künstler und Publizisten. Diese müssen sich bei der Künstlersozialkasse (KSK) anmelden.

Die KSK ermöglicht Künstlern und Publizisten den Zugang zur gesetzlichen Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung zu reduzierten Beiträgen.

Dadurch ergeben sich einige Vorteile:

Ähnlich wie bei normalen Arbeitnehmern, wird dabei nur die Hälfte des gesamten Beitrags vom Freiberufler übernommen.

Die andere Hälfte wird durch einen Zuschuss des Bundes und Abgaben von Unternehmen, wie Verlage, Galerien und Rundfunkanstalten, abgedeckt.

Voraussetzungen für den Eintritt in die Künstlersozialkasse

Um von den Zuschüssen der KSK als Freiberufler profitieren zu können, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden:

  • Eine selbstständige, dauerhafte sowie im Wesentlichen im Inland ausgeführte künstlerische und publizistische Tätigkeit.
  • Das jährliche Mindesteinkommen muss 3.900 Euro übersteigen.
  • Es darf nicht mehr als ein Arbeitnehmer beschäftigt werden mit Ausnahme von Auszubildenden und geringfügig Beschäftigten.

Unfallversicherung

Grundsätzlich besteht keine Unfallversicherungspflicht für Freiberufler.

Ausnahme bilden hier einige Bereiche wie Hebammen, Entbindungshelfer, Kranken- und Altenpflege, Krankengymnastik, Logopädie und Physiotherapie.

Diese Gruppen müssen sich bei der zuständigen Berufsgenossenschaft spätestens eine Woche nach Aufnahme der Tätigkeit anmelden.

Alle anderen freien Berufe können sich frei versichern. Dabei stehen zwei Möglichkeiten der Unfalldeckung: eine private und eine gesetzlich Unfallversicherung über eine Berufsgenossenschaft.

Berufsgenossenschaften sind Träger der gesetzlichen Unfallversicherung für deutsche Unternehmen und deren Beschäftigte.

Ihre primäre Aufgabe ist es, Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten sowie arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren zu verhüten

So werden Beschäftigte, deren Gesundheit durch einen Arbeitsunfall beeinträchtigt wurde oder die an einer Berufskrankheit leiden, von einer Berufsgenossenschaft medizinisch, sozial und beruflich rehabilitiert.

Freiberufler, die als Arbeitnehmer tätig sind, unterliegen beim Unfallschutz gesetzlichen Richtlinien und sind automatisch gegen berufsbedingte Unfälle versichert.

Eine Unfallversicherung wird von vielen Freiberufler vernachlässigt.

Grund dafür sind meist hohe Kosten und die Überzeugung, durch die Krankenversicherung ausreichend geschützt zu werden.

Bitte bedenkt dabei, dass die Krankenversicherung grundsätzlich nur die Behandlungskosten übernimmt. Dazu zählt auch Rehamaßnahmen.

Eine Unfallversicherung greift hingegen nach Abschluss der Behandlung – auch im Fall einer Invalidität.

Die richtige Rechtsform für Freiberufler

Als Freiberufler könnt ihr zwischen verschiedenen Rechtsformen wählen.

Die Wahl hängt von euren persönlichen und beruflich Zielen, der wirtschaftlichen Situation, Kooperationsmöglichkeiten und vielen weiteren Faktoren ab.

Sie entscheidet darüber, ob die Privilegien, die Freiberufler genießen, erhalten bleiben oder verloren gehen und sollte gut überlegt sein.

Die gängigsten Rechtsformen für Freiberufler sind:

Einzelunternehmen

Ein Einzelunternehmer trifft alle Entscheidung alleine und haftet dabei unbeschränkt mit dem Gesamtvermögen.

Ein Vorteil ist, dass bei dieser Rechtsform kein Mindestkapital erforderlich ist. Zudem könnt ihr die Gewinne vollständig einbehalten.

Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)

Eine GbR ist ein Zusammenschluss von mindestens zwei Gesellschaftern. Ziel ist das Erreichen eines gemeinsamen Ziels.

Alle Fragen bezüglich des Umfangs und der Zusammenarbeit regeln die Partner untereinander.

Eine Mindesteinlage ist nicht zwingend notwendig, in der Regel haften die Gesellschafter gesamtschuldnerisch mit ihrem Privatvermögen.

Bei einer GbR wird keine Eintragung in das Handelsregister vorgenommen.

Partnergesellschaft

Die Partnergesellschaft ist eine spezielle Rechtsform, die den freien Berufen vorbehalten ist.

Partnergesellschaften sind keine Kaufleute im Sinne des Handelsgesetzbuches. Sie sind nicht gewerbesteuerpflichtig und müssen keine Bücher führen.

Im Vergleich zur GbR, auf die diese Merkmale auch zutreffen, gibt es aber ein Haftungsprivileg.

So haften bei der Partnergesellschaft für berufliche Fehler nicht alle Gesellschafter, sondern nur der Berufsträger, der den Fehler verursacht hat.

Für Unternehmenskredite und andere Verbindlichkeiten, die nicht aus einem Kunstfehler resultieren, haften jedoch alle Gesellschafter mit ihrem Privatvermögen.

Die Partnergesellschaft ist deshalb einer GbR vorzuziehen, ist aber im Vergleich zu einer Kapitalgesellschaft aufgrund der vollen Haftung deutlich riskanter.

Außerdem wandelt sich die PartG in eine OHG, wenn ein Partner aufgenommen wird, der keinen freien Beruf ausübt.

Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)

Bei einer GmbH beträgt das Stammkapital, also die Summe der von den Gesellschaftern zu leistenden Einlagen, mindestens 25.000 Euro.

Vorteile bietet eine GmbH bei der Haftung. Die Gesellschafter haften nämlich nicht mit dem Gesamtvermögen der GmbH und nur in Ausnahmefällen mit dem Privatvermögen.
Gesellschaften mit beschränkter Haftung, die von Freiberuflern gegründet werden, genießen keine Sonderstellung. Die Vorteile eines Freiberuflers sind futsch.

Sie sind in das Handelsregister einzutragen, gelten als Kaufleute und unterliegen den Rechnungslegungs- und Publizitätsvorschriften des Handelsgesetzbuches.

Außerdem müssen sie Gewerbesteuer entrichten sowie der Industrie- und Handelskammer beitreten und an diese Mitgliedsbeiträge abführen.

Die deutlich geringeren Haftungsrisiken werden also durch einen beträchtlich höheren Verwaltungsaufwand erkauft.

Da die Möglichkeiten sehr vielfältig und komplex sind, empfehlen wir euch, sich von einem Rechtsanwalt beraten zu lassen.

Was sind die Vorteile und Nachteile von Freiberuflern?

Ein freiberufliche Tätigkeit bringt mit sich einige Vor- und Nachteile. Auf jeden Fall sollte dieser vor dem Eintritt gut überlegt sein.

Um euch besseren Einblick in das Leben eines Freiberuflers zu geben, haben wir einige Vor- und Nachteile zusammengestellt:

Vorteil: Unabhängigkeit

Als Freiberufler ist man sein eigener Boss. Kunden und Projekte sucht man sich selbst aus und ist nicht von einem Arbeitgeber abhängig.

Vorteil: Freiheit

Der Tagesablauf kann größtenteils frei strukturiert werden.

Wer lieber zu später Stunde arbeitet, kann jederzeit eine Nachtschicht einlegen. Frühaufsteher können hingegen sofort loslegen, sobald die Sonne aufgeht.

Und auch bei der Wahl des Arbeitsortes ist die Wahl frei. Viele Freiberufler bereisen die Welt und erledigen ihre Aufträge unter den Palmen.

Andere bevorzugen die Ruhe und Vertrautheit ihrer eigenen Wände.

Webseite CoworkingGuide

Arbeiten in einem Coworking Space

Eine super Alternative bieten an dieser Stelle auch Coworking Spaces.

Zahlreiche Studien belegen, dass Menschen um das Vielfache produktiver sind, wenn sie in einem Coworking Space arbeiten.

Und auch die Netzwerkmöglichkeiten, die ein Coworking Space anbietet, sind nicht zu vernachlässigen. Oft ergeben sich daraus nützliche Geschäftskontakte.

Auf CoworkingGuide findet ihr eine Auswahl von über 300 Coworking Spaces aus ganz Deutschland. Schaut mal rein!

Vorteil: Höheres Einkommen

Sofern die Auftragslage stimmt, sind höhere Verdienstmöglichkeiten möglich als bei einem Angestelltenjob.

Der angestrebte Stundenlohn ist dabei vom Beruf aber auch von euren persönlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten abhängig.

Nachteil: Höheres Risiko

Anders als bei einem Angestellten liegt das Auftragsrisiko beim Autragnehmen – also dem Freiberufler.

Kommen keine Anfragen rein, kann das schnell zu finanziellen Engpässen führen. Und auch im Falle einer Krankheit oder eines Urlaubs wird nicht vergütet.

Wichtig ist deshalb eine Streuung der Aufträge, um nicht nur von einem Kunden abhängig zu sein.

Zudem empfiehlt es sich, Geld für eine auftragsarme Zeit zur Seite zu legen.

Nachteil: Vorsorge

Wie bereits in diesem Artikel erläutert, müssen sich Freiberufler meist selbst um eine Krankenversicherung und Altersvorsorge kümmern.

Ähnlich gestaltet sich die Lage bei der Unfallversicherung. Anders als Angestellte gehören selbstständige Freiberufler nicht automatisch der gesetzlichen Unfallversicherung an und müssen oft vorsorgen.

Nachteil: Wenig Zeit

Hier trifft meist Wunsch auf Realität. Die Wahrheit ist nämlich, dass Freiberufler oft längere Arbeitszeiten haben als Angestellte.

Vor allem in den letzten Phasen eines Projekts, in denen die Abgabe immer näher rückt, ist das Arbeiten bis in die Nachtstunden und auch am Wochenende keine Seltenheit.

Freiberuflliche Tätigkeit – der Weg zum Freiberufler
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